bonmots la heure de bonmot

27. April 2010

Ohne Hakennase kein Antisemitismus

Filed under: Allgemein — pourquoicestbien @ 21:11

Die Staatsanwaltschaft in Köln hat über den Fall der Volksverhetzung im Falle dieses Bildes entschieden.

Das Ergebniss:   „Das in Rede stehende Plakat erfüllt die Voraussetzung einer Volksverhetzung nicht“

Denn, wie jeder sofort erkennt:

Das Plakat zielt nicht auf “die Juden” schlechthin als Gegenstand des Protestes ab, sondern auf die israelische Militärpolitik und deren Unterstützung durch die Us-amerikanische Regierung. Abbildung und Symbolik lassen jedenfalls eine solche Deutung zweifelsfrei zu. Das Kleinkind soll die Schwäche und Wehrlosigkeit der Palästinenser im Gaza-Streifen symbolisieren, die wehrlos sind und mit “Rückendeckung”, Billigung o.ä. der US-Amerikaner von Israel auf grausame Art “zerfleischt” werden. Dass Israel gemeint ist, ergibt sich zwingend daraus, dass der abgebildete männliche Torso in den Nationalfarben Israels und der Davidstern – gleich dem der israelischen Nationalfahne – in blau und weißem Hintergrund auf dem Latz gezeigt wird. Zudem stellt die Betitelung einen eindeutigen Zusammenhang im Kontext der übrigen Bilder (Protest gegen die Militärpolitik Israels bzw. gegen dessen militärische Vorgehensweise im Gaza-Streifen) her. Die bildliche Gestaltung der Gabel in den US-amerikanischen Nationalfarben bringt insoweit auch fraglos eine “Protegierung” bzw. Unterstützung der israelischen Militärpolitik durch die US-amerikanische Politik zum Ausdruck. Die Ohnmacht der Palästinenser soll mit der Abbildung eines kindlichen Körpers nachhaltig symbolisiert werden.

Ausgehend von dieser sich allein aufdrängenden Deutung ist niucht “der Jude” bzw. sind nicht “die Juden” schlechthin Gegenstand der Abbildung. Es wird sicherlich nicht verkannt, dass gerade das spezielle Plakat mit der Darstellung der “Verspeisung eines Kleinkindes” für den religionsgeschichtlich interessierten und gebildeten Betrachter, insbesondere aber für jüdische Mitbürger schmerzliche Erinnerungen an die antijüdischen Ritualmordlegenden aus dem Mittelalter und an hetzerische Bilddarstellungen von Juden als Zerrbild eines “Untermenschen” aus der Zeit des Nationalsozialismus wachrufen kann.

Einer näheren Betrachtung dürften solche Assoziationen allerdings nicht standhalten.

Typisch für antijüdische Bilddarstellungen zu allen Zeiten ist die Verwendung von bestimmten anatomischen Stereotypen, die den Juden schlechthin charakterisieren sollen. Dabei werden insbesondere Gesichtsmerkmale überzeichnet, um den Juden als hässlich, unansehnlich und rassisch minderwertig erscheinen zu lassen (jüdische “Krummnase”, etc.) Einer solchen Bildsprache wird sich vorliegend nicht bedient.

Nun ist natürlich jedem klar: keine Hakennase, kein Jude. Es handelt sich schlicht um eine Kritik an der israelischen Kriegsführung und deren schlechter Gewohnheit Kinder zu verspeisen.

Somit ist die Solidarität mit den Palestinänsern und die vermeintliche „Israelkritik“ vielmehr ein Statement das man abzugeben hat, denn eine weiter begründung der Staatsanwaltschaft lautet:

Der öffentliche Frieden in der Bundesrepublik sei durch die Karikatur nicht – wie es für eine Verurteilung wegen Volksverhetzung erforderlich wäre – in Gefahr, denn das Plakat trage nicht dazu bei, „die Stimmungslage in breiten Teilen der Bevölkerung gegenüber jüdischen Bürgern zu verschlechtern.

Fazit: Wenn der Deutsche an sich Antisemit ist, ist dies ein Normalzustand den es nicht zu ändern gilt. Antisemitische Standpunkte sind somit in der Mitte der Gesellschaft angekommen und werden von dieser auch akzeptiert und geteilt.

Wenn Antisemitismus zu Recht wird…

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